Ausbildung der Gesundheits- und Krankenpflege

Berufsbild

Die Gesundheits- und Krankenpflege ist ein selbständig, eigenverantwortlicher und breit gefächerter Beruf mit vielfältigen Tätigkeitsbereichen. Immer orientiert sich die Pflege an den individuellen Pflege- und Lebenssituationen der Menschen, sie lebt von der Kommunikation und Interaktion zwischen den pflegebedürftigen Menschen und den Pflegenden. Dabei sind die Einmaligkeit jedes Patienten mit seinen kulturellen Voraussetzungen und das Zusammenspiel mit den Menschen, die ihm nahe stehen, zu berücksichtigen.

Das beinhaltet immer auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, um übergreifende Lösungen für die Gesundheitsprobleme der Patienten zu entwickeln.

Ausbildungsablauf

Die dreijährige Ausbildung beginnt jeweils am 1. Oktober eines Jahres und endet nach dem erfolgreich abgeschlossenen Examen mit der staatlichen Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in.

Theoretischer Unterricht

In den ersten beiden Jahren wird die theoretische Ausbildung gemeinsam mit den Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeschüler/innen integrativ gestaltet. Die Ausbildung beinhaltet für alle Schüler/innen die Pflege von Menschen aller Altersgruppen, einschließlich der Vorsorge und Rehabilitation. Das dritte Ausbildungsjahr wird im schulischen Unterricht als Differenzierungsphase durchgeführt. Die Gesundheits- und Krankenpflegeschüler/innen konzentrieren sich auf die Pflege Erwachsener und älterer Menschen. Der Unterricht wird im Blocksystem erteilt.

Arbeit in den Praxisfeldern

Der praktische Einsatz erfolgt auf den Stationen des St. Marien-Hospitals, des Rochus-Hospitals Telgte und anderen kooperierenden Einrichtungen. Die Einsätze werden von der Schulleitung geplant und ermöglichen einen breit gefächerten Einblick in die praktischen Arbeitsfelder einer Pflegekraft.
Praxisanleiter/innen helfen den Schüler/innen, das vermittelte Wissen in der Pflegepraxis einzuüben, zu reflektieren und selbstständig anzuwenden.

Ausbildungsziele

Die Ausbildung vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur verantwortlichen Mitwirkung bei der Verhütung, Erkennung und Heilung von Krankheiten führt. Dazu gehört der Erwerb von Fachkenntnissen und das Erlernen von Methoden für das pflegerische Handeln ebenso wie die kritische Auseinandersetzung mit dem Selbstverständnis des Pflegeberufs. Die Anbahnung einer christlich-humanistischen Werteorientierung und die Förderung der Schülerpersönlichkeit sind für uns integraler Bestandteil der Ausbildung.

Zugangsvorraussetzungen

Die Bewerber/innen sollen zu Beginn der Ausbildung 18 Jahre alt und gesundheitlich geeignet sein, einer Religionsgemeinschaft angehören sowie die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen. Wir erwarten einen qualifizierten Fachoberschulabschluss (FOR) oder einen erweiterten Sekundarabschluss 1 und empfehlen den Besuch einer Berufsfachschule (zum Beispiel für Gesundheit und Soziales) zum Erwerb der Fachhochschulreife.

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an das:

St. Marien-Hospital Lüdinghausen
Johannes Beermann
Neustraße 1
59348 Lüdinghausen

Ausbildungsvergütung

Während der Ausbildung erhalten die Gesundheits- und Krankenpflegeschüler/innen eine Ausbildungsvergütung nach den Allgemeinen Vertragsrichtlinien des Deutschen Caritasverbandes (AVR).

Dienstkleidung

Die erforderliche Dienstkleidung wird unentgeltlich gestellt und vom Krankenhaus gereinigt.

Der Ausbildungsjahrgang 2015
Auszubildende Jahrgang 2014 in Dienstkleidung vor dem Banner des St. Marien-Hospitals Lüdinghausen
Der Ausbildungsjahrgang 2014

Praxisanleiter

Mit dem Krankenpflegegesetz (KrPflG) vom 16. Juli 2003 hat der Gesetzgeber festgelegt, dass die praktische Ausbildung in Krankenhäusern durch sogenannte "Praxisanleiter" zu unterstützen ist.

Im St. Marien-Hospital Lüdinghausen sind das Krankenschwestern und -Pfleger bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger/innen; sie alle verfügen über die Weiterbildung zum „Praxisanleiter in der Pflege“. Die Praxisanleiter sind in unterschiedlichen Fachabteilungen tätig und haben die Aufgabe, Gesundheits- und Krankenpflegeschüler schrittweise an die eigenständige Wahrnehmung der beruflichen Aufgaben heranzuführen. Sie sind Bindeglied zwischen Krankenhaus und der Krankenpflegeschule und in diesem Zusammenhang dafür verantwortlich, die geplante praktische Ausbildung sicherzustellen. Daneben sind sie auch für die Betreuung von Altenpflegeschülern und Praktikanten verantwortlich, die eine Fachschule besuchen (FOS) oder ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) absolvieren.

Praxisanleiter

  • beraten, begleiten, helfen bei der Einarbeitung,
  • leiten zur Selbstreflexion an,
  • organisieren und gestalten individuelle Anleitungssituationen,
  • überprüfen und bewerten die Leistungen,
  • kontrollieren den Lernerfolg und erstellen Beurteilungen,
  • dokumentieren die Anleitung der Schüler,
  • kooperieren eng mit den Krankenpflegeschulen am St. Franziskus-Hospital Münster - Schule für Gesundheitsberufe bei Planung und Gestaltung der praktischen Ausbildung (Verknüpfung von Theorie und Praxis)
  • geben Hilfestellung für das praktische Examen und sind als Zweitprüfer beim praktischen Examen beteiligt,
  • nehmen an den Arbeitstreffen der Arbeitsgruppe „Praxisanleiter im St. Marien-Hospital Lüdinghausen“ und dem Arbeitstreffen der Krankenpflegeschule teil.