Donnerstag, 20.01.2022

St. Marien-Hospital nur noch mit Ökostrom

Wirtschaftliche Einsparungen durch Wasserkraft aus Norwegen.

Ab diesem Jahr stehen die Zeichen im St. Marien-Hospital Lüdinghausen auf Ökostrom und zwar für das gesamte Krankenhaus, denn der Klimaschutz als relevantes Thema ist längst angekommen.

Johannes Beermann ist Pflegedirektor und Leiter der neu gegründeten Klimaschutz AG im St. Marien-Hospital Lüdinghausen.

„Das St. Marien-Hospital wird seit dem 1. Januar 2022 komplett mit Ökostrom versorgt“, erklärt Johannes Beermann, Pflegedirektor und Leiter der neu gegründeten Klimaschutz AG im St. Marien-Hospital Lüdinghausen, „das führt zu einer Einsparung von 146 Tonnen CO2 im Vergleich zum vergangenen Jahr. Es entspricht dem Strombedarf von 220 Drei-Personen-Einfamilienhäusern.“ Das Ziel wird künftig sein, verstärkt wirksame Klimaschutzmaßnahmen in die Arbeitsabläufe zu integrieren, „denn Krankenhäuser sind ernstzunehmende Wirtschaftsbetriebe“, so Beermann, „daher haben wir als Teil des Gesundheitswesens den Klimaschutz im Fokus und bemühen uns um eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie.“ Im Bereich der Digitalisierung wurden im St. Marien-Hospital einige Maßnahmen angestoßen, wie beispielsweise die Ausstattung des gesamten Klinikums flächendeckend mit WLan. Das legt den Grundstein für Projekte zur Förderung der Patientenversorgung u. a. mit der digitalen Patientenakte und damit auch zur Gestaltung nachhaltiger, ökologischer Arbeitsplätze. „Die digitale Patientenakte wird den Papierverbrauch im St. Marien-Hospital deutlich reduzieren“, erläutert Johannes Beermann. Der ökologisch positive Schritt, künftig die Versorgung nur noch mit Ökostrom zu gewährleisten, garantiert nicht nur wirtschaftliche Einsparungen von mehreren tausend Euro im Jahr, sondern verringert auch den ökologischen Fußabdruck des Hospitals. Der Ökostrom im St. Marien-Hospital wird aus Wasserkraft in Norwegen gewonnen. Im Gegensatz zu anderen erneuerbare Energien wie Windkraft und Solarenergie ist Wasserkraft unerschöpflich, zudem klimaneutral und verursacht keine CO2-Emissionen. Außerdem ist Wasserkraft größtenteils unabhängig von Wetter und Zeit und hat einen hohen Wirkungsgrad. „Norwegen ist Europas größter Produzent von Wasserkraft“, erläutert Johannes Beermann, „was nicht zuletzt an den weiten Landschaften liegt. Das sind beste Voraussetzungen zur Gewinnung von Strom aus Wasserkraft. Der Ökostrom im St. Marien-Hospital wird zu hundert Prozent aus norwegischer Wasserkraft gewonnen, was unserer Klimaschutzvision natürlich sehr zuträglich ist.“ Die Stromnetze Norwegens und Deutschlands sind über ein mehr als 600 Kilometer langes Kabel direkt verbunden, mithilfe dessen der Strom aus Wasserkraft direkt in das deutsche Stromnetz eingespeist werden kann. Umgekehrt kann der in Deutschland zu viel erzeugte Strom aus Windenergie in das Stromnetz von Norwegen geleitet werden.

Auch die Mitarbeitenden im St. Marien-Hospital können sich klimatechnisch engagieren: Seit dem letzten Sommer haben sie die Möglichkeit, JobRäder zu leasen. Der Mitarbeitende sucht sich das Fahrrad aus, der Arbeitgeber least das Rad und überlässt es für einen geringen Betrag dem Arbeitnehmer: Damit wird schon ein großer Beitrag seitens der Krankenhaus-Belegschaft für den Umweltschutz geleistet.