Mittwoch, 10.06.2026

120 Profis und ein Ziel: Leben retten

Realistisches Training für den Ernstfall im St. Marien-Hospital

Dr. Judith Hoppe hat als wissenschaftliche Leiterin die Fortbildung im St. Marien-Hospital geleitet.

Im St. Marien‑Hospital in Lüdinghausen haben mehr als 120 Mitarbeitende, in mehrere Gruppen eingeteilt, aus den Bereichen Medizin und Pflege an einem intensiven SIM‑Training teilgenommen.



Das ist ein realitätsnahes Simulations-Trainingsformat, in dem kritische Situationen so nachstellt werden, wie sie im Klinikalltag auftreten können. Das Besondere an dieser sich regelmäßig wiederholenden Fortbildung: Die Teams aus dem St. Marien-Hospital üben unter echtem Zeitdruck, treffen gemeinsame schnelle und sichere Entscheidungen und verbessern dadurch die nötigen Abläufe, bevor es am Patienten ernst wird.

„Ein SIM‑Training ist wie ein Flugsimulator für Piloten, nur eben für die Mediziner“, erklärt Dr. Judith Hoppe, die als Oberärztin in der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin in Lüdinghausen praktiziert und für den reibungslosen Ablauf der Fortbildung verantwortlich war. „Unsere Teams üben realistische Notfälle an einem lebensechten Dummy – sehr ausführlich, klar strukturiert und gut verständlich. Das alles wird per Video aufgenommen und hinterher gemeinsam analysiert“.


Damit das Team im St. Marien-Hospital im Ernstfall zuverlässig funktioniert, müssen alle Beteiligten genau wissen, was zu tun ist: Es muss eindeutig festgelegt sein, wer in einer kritischen Situation die Führung übernimmt, wer welche Informationen kommuniziert und wer welche konkrete Maßnahme ausführt. „Gleichzeitig gehört dazu, dass alle unsere Teammitglieder lernen, auch dann ruhig und handlungsfähig zu bleiben, wenn jede Sekunde zählt“, erklärt die Medizinerin. Ein solches Training zeige sehr deutlich, wie gut ein Team bereits
zusammenarbeite – und an welchen Stellen es sich noch verbessern könne.

Der eigentliche zentrale Bestandteil der Fortbildung ist dabei die Übung von medizinischen Maßnahmen unter realitätsnahen Bedingungen. Die teilnehmenden Teams aus den Bereichen Pflege und Medizin im St. Marien-Hospital trainieren dabei unter anderem Reanimation, Atemwegsmanagement, die Behandlung von Schockzuständen, die sichere Gabe von Medikamenten, Diagnostik unter hohem Zeitdruck sowie die strukturierte Übergabe an andere Teams, die den Patienten dann übernehmen. So entsteht eine wichtige Routine, die im Ernstfall Leben retten kann.


Für die Patientinnen und Patienten in der Klinik der Drei-Burgen-Stadt Lüdinghausen bedeutet das mehr Sicherheit, schnellere Reaktionen und ein eingespieltes Team, das auch in Ausnahmesituationen souverän bleibt.