Freitag, 19.06.2026

Sommer, Sonne, Sanitäter

Dr. Nils Alt ist der Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie.


Unfallchirurg Dr. Nils Alt warnt vor gefährlichen Freizeitfallen in der Sommerzeit

Radstürze, Grillunfälle, Badeverletzungen: Der Sommer bringt nicht nur Sonne und Freizeitspaß, sondern sorgt auch für einige spezielle Notfalleinsätze in den Krankenhäusern.

Dr. Nils Alt, Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie im St. Marien-Hospital in Lüdinghausen, warnt: „In keinem anderen Quartal verzeichnen wir so viele vermeidbare Verletzungen wie zwischen Juni und August.“ Im vergangenen Jahr kam es in den Sommermonaten zu rund 460 tödlichen Fahrradunfällen, zusätzlich mehr als 10.000 schwerverletzte Radfahrer (Trend steigend) und rund 70.000 leichtverletzte Radfahrer - und damit zu vielen Kopfverletzungen bei Nicht-Helmträgern. Zudem gibt es bundesweit über 4.000 Grillunfälle, davon rund 400 mit schwersten Verbrennungen.


„Laut Statistik ereignen sich jährlich rund 400 tödlichen Badeunfälle, die häufig durch Unachtsamkeit, Selbstüberschätzung oder durch Alkohol provoziert werden. Verstauchungen, Knochenbrüche und Schnittverletzungen durch Gartenarbeiten, Inliner fahren oder Wassersport werden zusätzlich medizinisch versorgt“, warnt Dr. Alt. „Was als harmloser Ausflug beginnt, endet nicht selten auf unserem Behandlungstisch“. Dabei ließen sich viele dieser Unfälle mit einfachen Mitteln vermeiden, sagt der Mediziner aus dem St. Marien-Hospital.

 


Das sind einige wichtige Tipps für einen unfallfreien Sommer:

  • Fahrradhelm tragen – immer! Selbst bei kurzen Strecken oder auf ebenem Gelände schützt er vor lebensgefährlichen Kopfverletzungen.
  • Grill sicher betreiben: Keine Brandbeschleuniger wie Spiritus verwenden, festen Stand einplanen, Kinder fernhalten.
  • Alkohol und Aktivsport trennen: Viele Bade- und Radunfälle passieren unter Alkoholeinfluss.
  • Vorsicht bei Gartenarbeiten: Feste Schuhe, Schutzbrille und Handschuhe können Schnitt- und Stichverletzungen verhindern.
  • Nie kopfüber ins Wasser springen: Flachwasser oder unbekannte Gewässer bergen massive Risiken für Wirbelsäulenverletzungen.

 

„Wir wünschen uns, dass die Menschen den Sommer genießen – aber nicht verunfallt auf unsere Stationen kommen“, so Dr. Nils Alt. „Insgesamt kann man festhalten, dass Prävention und Achtsamkeit der beste Schutz vor Sommerunfällen sind.“

 

 

Quelle der Zahlen:

Fahrradunfälle: Destatis / Badeunfälle: DLRG / Grillunfälle: DGUV /