Auch ohne eine eigene gynäkologische oder geburtshilfliche Abteilung bleibt das St. Marien-Hospital ein zentraler Anlaufpunkt für medizinische Notfälle aller Art. In akuten Situationen in der Schwangerschaft – etwa bei starken Blutungen oder Komplikationen – wenden sich Patientinnen häufig an die nächstgelegene Notaufnahme, auch hier in Lüdinghausen.
„Deshalb ist es umso wichtiger, dass unser medizinisches Personal auch in diesem Bereich kompetent, sicher und handlungsschnell reagieren kann“, sagt der Ärztliche Direktor im St. Marien-Hospital, Dr. Mario Santamaria.
In dieser Woche wurde daher im Rahmen der AINR-Fortbildungsreihe (Anästhesie, Intensivmedizin, Notaufnahme und Rettungsdienst) eine interprofessionelle Fortbildung zum Thema „Gynäkologie- und Geburtshilfe“ im St. Marien-Hospital veranstaltet, die sich an Ärztinnen und Ärzte, die Pflegenden der Intensivstation, Anästhesie und Notaufnahme, die Kolleginnen und Kollegen des Rettungsdienstes sowie an alle Interessierten aus dem Kreis Coesfeld und darüber hinaus richtete.
Als Referentinnen führten Dr. Lydia Niemerg, Fachärztin für Anästhesie und Notfallmedizin im St. Marien-Hospital, und die Hebamme Luise Janning durch ein praxisnahes Programm, das sowohl theoretische Inhalte als auch umfangreiche Übungsmöglichkeiten umfasste.
Die mehr als 30 Teilnehmenden hatten während der Fortbildung die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Handlungssicherheit in mehreren zentralen Bereichen deutlich zu vertiefen. Sie setzten sich intensiv mit gynäkologischen Notfällen auseinander und beschäftigten sich ebenso mit geburtshilflichen Akutsituationen. Darüber hinaus lernten sie die besonderen medizinischen Anforderungen kennen, die schwangere Patientinnen in Notfallsituationen mit sich bringen. „Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der sicheren Versorgung von Neugeborenen, einschließlich der strukturierten Reanimation“, erklärt Dr. Daniel Nitschke, der als Oberarzt und Notfallmediziner im St. Marien-Hospital in Lüdinghausen arbeitet und als Initiator die AINR-Fortbildungsreihe im Kreis Coesfeld etabliert hat.
„Patientinnen in der Schwangerschaft oder mit gynäkologischen Notfällen sollten primär andere Krankenhäuser mit eben diesen Fachabteilungen aufsuchen, da im St. Marien-Hospital in Lüdinghausen seit einigen Jahren aufgrund der umfangreichen Umstrukturierungen im Gesundheitswesen keine eigene Gynäkologie und Geburtshilfe mehr vorgehalten wird. Jedoch bleibt die sichere Versorgung von Notfällen in diesem Bereich auch ein zentraler Bestandteil unseres medizinischen Auftrags“, betont Dr. Daniel Nitschke.
„Als endoprothetische Fachklinik gehören wir mit rund 500 Eingriffen im Jahr zu den führenden Einrichtungen der Region – insbesondere in der modernen Knie‑ und Hüftgelenkchirurgie – gleichzeitig ist es für uns selbstverständlich, dass sich unser Team auch in Bereichen ohne eigene Fachabteilung, wie der Gynäkologie, regelmäßig fortbildet.“



