Delir-Team im St. Marien-Hospital sorgt für Orientierung und stärkt Patienten
Ein Delir – eine akute, meist vorübergehende Verwirrtheit – ist keine Randerscheinung, sondern eine der häufigsten akuten Komplikationen im Krankenhaus. Durchschnittlich 20 % aller über 65-jährigen stationären Patienten im Krankenhaus entwickeln ein Delir. Existieren prädisponierende Faktoren wie z. B. eine Demenz, ein Morbus Parkinson oder wird der Patient intensivstationär behandelt, kann das Risiko auf bis zu 80 % steigen. „Ein Delir erhöht das Sterberisiko, die Komplikationsrate und verlängert die Liegedauer “, sagen Dr. Judith Hoppe und Dr. Susanne Meyer, Oberärztinnen und Initiatorinnen des Delir-Teams im St. Marien-Hospital in Lüdinghausen. „Zudem kann es zu dauerhaften kognitiven Einschränkungen führen, was wir gemeinsam mit den Patienten und deren Angehörigen unbedingt vermeiden möchten.“
Trotz der hohen Zahlen bleibt das Delir oft unerkannt. Genau hier setzt das spezialisierte Delir-Team im St. Marien-Hospital an: Diese interdisziplinäre Fachgruppe im Krankenhaus der Drei-Burgen-Stadt sorgt dafür, dass gefährdete Patientinnen und Patienten bereits vor den operativen Eingriffen gezielt betreut und geschützt werden. „Bevor ein Delir überhaupt entstehen kann, ist unser Team bereits aktiv“, erklärt Dr. Mario Santamaria, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin. „Unser Ziel ist es, Risiken für ein Delir frühzeitig zu erkennen und durch vorbeugende Maßnahmen zu minimieren. Weniger Komplikationen nach einer Operation machen den gesamten Behandlungsverlauf stabiler und sicherer. Betroffene und Angehörige erleben mehr Orientierung und Ruhe, da unsere präventive Maßnahmen Unsicherheit und Angst reduzieren“, so der Chefarzt aus dem St. Marien-Hospital.
„Durch den Einsatz der erfahrenen und speziell geschulten Pflegekräften Martina Spräner, Friederike Skerbs und Alexandra Sabottka können wir dafür sorgen, dass Patientinnen und Patienten gar nicht erst in den oft vermeidbaren Zustand der Verwirrtheit geraten“, erläutern die beiden Medizinerinnen Meyer und Hoppe, „gleichzeitig wird das Behandlungsteam auf den Stationen entlastet: zum einen durch die Betreuung selbst, aber auch durch die Vermeidung der daraus resultierenden Probleme.“
Durch die methodische Risikoanalyse, individuelle Kommunikationsstrategien und gezielte Schulungen gelingt es dem Team im St. Marien-Hospital, potenzielle Delir-Auslöser frühzeitig zu identifizieren und präventiv gegenzusteuern.
Eine interne Auswertung im Krankenhaus in Lüdinghausen zeigte, dass die Rate der Patienten mit Delir im St. Marien-Hospital bei den delir-betreuten Patientinnen und Patienten signifikant gesunken sei, sagt Dr. Mario Santamaria.
Im Foyer des St. Marien-Hospitals bietet das Delir‑Team am kommenden Donnerstag, den 12.3. von 11-14 Uhr, an einem Infostand kompaktes Wissen, das helfen kann, ein Delir besser zu verstehen und rechtzeitig zu handeln.
Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.



